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BENDER&CO ist ein Blog von Claudia C. Bender, Geschäftsführerin der Fulmidas Medienagentur GmbH. Sie ist TV-Produzentin, Medientrainerin und Unternehmerin. Seit mehr als 20 Jahren produziert sie Filme und Videos, Talks und Reportagen – für lineares Fernsehen und digitales Bewegtbild.
Auf BENDER&CO teilt sie ihre Gedanken, einen Haufen Fakten & viele Tipps rund um Medientrainings, Präsentationscoachings, Pressearbeit und Krisenkommunikation. Viel Spaß beim Lesen!

Klein, kleiner, am kleinsten…

So viel Text wie möglich und am besten hellgraue Schrift auf mittelgrauem Hintergrund: Das scheint bei erstaunlich vielen Präsentationen Sinnen und Trachten der Gestalter:innen und Texter zu sein. Kein Inhalt des Vortrags, der nicht auch noch neben der super Grafik, die man selbst mit Lupe vor Adleraugen nicht mehr erkennen könnte, aufgeführt wird. Eine Zeile geht immer noch. Wird die Schriftgröße halt noch ein bisschen kleiner gemacht. Warum auch nicht? Die Leute müssen das ja nicht lesen können, sie kriegen den Text doch vorgetragen, die Powerpoint dient ja nur der Unterstützung. Ah. Oh. Wie jetzt? Wer stützt denn hier wen und ist stürzen nicht gar der bessere Begriff dafür? Von der Vortragsklippe am besten. Wenn das Publikum sich entscheiden muss, ob es liest oder zuhört, greift es schneller zum Handy und beantwortet lieber Mails als der Vortragende reden kann. Betreutes Vorlesen braucht kein Mensch. Natürlich sind ein paar Infos wichtig. Um die Zahlen geht es ja. Die Entwicklung muss unterstrichen werden. Aber warum nicht auswählen, warum nicht nur die wichtigsten Fakten herausarbeiten, um sie erinnerbar zu machen, warum nicht lieber ein Bild als tausend Worte? Und besonders: Warum nicht harte Farbkontraste, große Buchstaben und wenige Folien mit emotionalen Bildern, damit das Zuhören selbst bei Fachvorträgen wieder Spaß macht? 

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Wer bin ich? 😳…

Täter:in, Opfer, Expert:in? Wer öffentlich kommuniziert, muss vorher wissen, welche Rolle ihr bzw. ihm zugeschrieben wird. Es muss jedem vor einem Interview klar sein, welche Erwartungshaltung die Öffentlichkeit der Person, der:dem Interviewten entgegenbringt. Kommunikation besonders in der Krise ist wie ein Theaterstück – nur mit mehr Zuschauenden. Auch im Theater stehen die Rollen fest: Hamlet ist nun mal nicht Claudius. Regierung ist nicht Opposition. Der Hacker ist nicht der Geschädigte. Aber die Firma, deren Kundendaten weg sind, ist auch Opfer. Klingt kompliziert, ist aber ein wichtiger Teil der Vorbereitung für jedes Interview – wer bin ich und nein, auf keinen Fall “wenn ja, wie viele”. Die eigene Verortung, die eigene Positionierung ist maßgeblich entscheidend für das eigene Selbstverständnis und den Umgang mit Fragen und Gegenpositionen. Wer Verursacher einer Krise ist, also vereinfacht gesagt Täter:in, dem- und derjenigen steht zumeist Demut gut zu Gesicht. Wer Opfer ist, hat Forderungen, darf anklagen, wird gut behandelt. Wer als Expert:in auftritt, hat recht. Und darf sich nicht vereinnehmen lassen, steht mehr für Neutralität und auf keiner Seite. Jede:r kann alles sein. Aber nicht gleichzeitig. 

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Das kann doch nicht wahr sein 😳…

… dass wir Deutschen jeden Tag fast 10 Stunden Audio und audiovisuelle Medien nutzen – also Radio, Podcasts, Fernsehen, Reels, Streaming. 📺 🎤Die gesamte Mediennutzung von über 11 Stunden täglich, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr aller Deutschen ab 14 Jahre liegt 2024 immer noch fast so hoch wie zu besten Coronazeiten. Der Anteil der Audio- und audiovisuellen Mediennutzung am gesamten Medienzeitbudget liegt damit bei fast 90 Prozent. Und jetzt kommts: Ihr denkt, das alles liegt an den INSTA Reels, den TikTok Videos, Youtube oder Podcasts. Aber mitnichten: Der Hauptanteil, nämlich 200 Minuten (!) der täglichen Mediennutzung fällt auf das klassische lineare, total analoge Fernsehprogramm und 179 Minuten hören die Leute Radio – ganz normales Radio im Auto, im Bad, beim Joggen, von der Fensterbank herunter. Ziemlich verblüffend diese Zahlen, immer wieder. Aber für Öffentlichkeitsarbeitende, Presseleute und Kommunikatoren auch immer wieder eine Lehre: Ein O-Ton im Fernsehen bringt verdammt viel mehr Reichweite als der beste INSTAbeitrag. Außer man heißt Kardashian. Aber selbst die haben ihr Leitmedium nie aufgegeben. (Quelle der Zahlen: VAUNET Feb. 2024)

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