Claudia C. Bender

Der Blog zum Auftritt

BEWEGUNG IM GESICHTSBUCH

RÜCKWÄRTS DURCH DIE EINBAHNSTRASSE

Die meisten institutionellen Anbieter – also Verbände, Unternehmen, Organisationen – nutzen Facebook und Co als Einbahnstrasse. Sie stellen Inhalte ein, wollen aber eigentlich keinen Gegenverkehr und noch weniger,

dass ihre Inhalte alleine laufen lernen und sich tatsächlich vermeintlich für immer unkontrollierbar in diesem Internetz verbreiten. Das Stoppschild im Kopf ist von vorneherein fest eingebaut. Das widerspricht zutiefst dem Gedanken von Social Media und kann damit keinen Erfolg haben. Was also tun?
SEX SELLS, ABER ES GEHT AUCH ANDERS
Eine einfache Möglichkeit mit großem Reichweitenpotential sind Videos. Kurze Videos, schnelle Videos, lustige Videos, Erklärfilme und Tutorials, charmante Videos, gezeichnete Videos, Videos mit Musik, Videos ohne Musik. Videos mit Menschen. Oder mit Tieren. Oder beidem. Mit Autos, auf Rädern, in der Luft. Mit Kindern und ohne Kinder. Auf jeden Fall sind Videos der ideale Content für das Bespielen und optimale Nutzen von Social Media Kanälen jeglicher Art. Warum?
1. Sie erreichen Zielgruppen, die nicht mehr viel lesen.
2. Sie schaffen Bilder in Kopf und damit Erinnerbarkeit.
3. Sie geben Inhalten Gesichter und Ihren Themen Namen.
4. Sie liefern Emotion statt Langeweile.
5. Videos sind wirklich viral nutzbarer Content, der gut gemacht seinen Weg durchs weltweite Gewebe sucht und findet und damit nicht zuletzt
6. zu Ihrer SEO Optimierung beiträgt
Und für viele das allerwichtigste: Sie liefern – so Sie ein paar Regeln beachten – einen in sich abgeschlossenen, allein für sich stehenden Content wie ein kleines fest verschnürtes Paket, das zwar kommentiert, aber nicht auseinandergepflückt werden kann, wenn es sich unkontrolliert, aber hoffentlich unglaublich viel, durchs Netz bewegt – weitergeschickt und geteilt wird, was das Zeug hält.
FRECH UND FRÖHLICH
Regel Nummer 1: Promis ziehen. Die kann und will sich nicht jeder leisten. Die erfolgreichsten Videos in youtube und Co sind Musikvideos, hinter denen eine riesige Industrie steht, die schon lange verstanden hat, dass die Musik im Netz spielt und ihre Werbebudgets seit Jahren entsprechend dort hinverlagert hat. Auch sehr erfolgreich sind Katzenvideos. Niemand mit abgeschlossener Grundschulausbildung versteht eigentlich warum, ist aber so. Was lernen wir daraus? Regel Nummer 2: Videos müssen fröhlich sein, zum Lachen bringen, zum Weinen sein, frech sein, einem selber gefallen, wenn sie anderen gefallen sollen. Je mehr political correctness und Langeweile umso weniger Erfolg.
VIRAL IST, WENN DIE ANDEREN TEILEN
Je mehr Ihre eigenen Leute – Mitarbeiter oder Mitglieder – die Videos spannend, lustig, gut, unterhaltsam, informativ womöglich aufregend finden, umso mehr entsteht der Sog, der den viralen Erfolg ausmacht. Nutzen Sie die Chancen der viralen Kommunikation, aber richtig. Texte schreiben, Bücher herausgeben, Powerpoints halten können Sie ja trotzdem noch.
GUT MUSS NICHT TEUER SEIN
Jeder kann heute Videos mit dem Smartphone drehen. Es gibt Apps, die schneiden das gleich und packen Musik drunter. Kann lustig sein. Muss aber nicht gut sein. Videos, die in Ihrem Namen durch das Netz geistern, müssen auch unabhängig vom Inhalt den Qualitätsansprüchen genügen, denen Sie sich sonst verpflichtet fühlen. Und sie müssen den Sehgewohnheiten ihrer Zielgruppen entsprechen, das heißt, es muss sich jemand damit beschäftigen, an was der User gewöhnt ist, den Sie eigentlich ansprechen wollen. Es muss nicht immer gleich Hollywood sein, aber 70erJahre Fernsehen gut nachgemacht hat auch seinen Preise. Geiz ist in der Bewegten Bild-Kommunikation das Gegenteil von sexy.
AUF DEM RECHTEN PFAD BLEIBEN
Jede Form der Kommunikation für Verbände und Unternehmen ist entweder Marketing oder PR. Das heißt anders gesagt: Es gelten bei Dreharbeiten mit Protagonisten einige Regeln zu beachten, damit das Recht nicht irgendwann auf der Seite der anderen steht und ein kleines Video zu großem Ärger führt. Ob Interviewpartner (Testimonials), die ein Honorar brauchen, um ihre Bildrechte abzutreten, ob Musik, die gemafrei sein sollte, um nicht enorme Kosten zu verursachen, von Einverständniserklärungen und Drehgenehmigungen ganz zu schweigen. Auch hier bietet das Internet zahlreiche Fallen, die gewusst und entsprechend gehandhabt gehören.
IMMER NOCH NICHT ÜBERZEUGT?
Dann noch ein paar Fakten: Facebook schraubt weiter streng an der Reichweite für Fanpages. Während Bild-, Text- und Linkpostings immer weniger Nutzern angezeigt werden, ist es Facebooks erklärtes Ziel, Videos zu stärken. Von Mai bis Juli 2014 stiegen die Video-Klicks um 50 Prozent*. Dazu trägt die Autoplay-Funktion mittlerweile enorm bei, verschiedene Möglichkeiten der Platzierungen tragen das ihre dazu bei. Auch bei Twitter geht der Trend ganz klar in Richtung Video: ein eigener Videoplayer und die Einbettung von Videos sind neuerdings problemlos möglich. Die technische Voraussetzungen sind: Das Dateiformat lautet mp4 oder mov und die Clips dürfen eine Länge von zehn Minuten nicht überschreiten. Es gibt keine Dateigrößenbeschränkung, Twitter ermutigt seine (Business-)User sogar, Videos mit der höchsten Auflösung einzustellen*.
* Quelle: W&V / 2015