Claudia C. Bender

Der Blog zum Auftritt

Der Wurm muss dem Fisch schmecken

und nicht dem Angler. Eine Binsenweisheit? Mitnichten. Die Realität in Unternehmen sieht

anders aus. Der Blick von und nach innen macht blind für alles, was außen interessiert. Warum schreiben die denn nicht, was wir wollen? Dabei haben wir doch jetzt eine Stunde mit denen geredet und die haben das einfach nicht verstanden. Aha. Für uns ist aber dieser Aspekt ganz besonders wichtig. Ach so. Wir müssen diesen Punkt unbedingt auch noch aufnehmen, der Vorstand will das immer so. Klar.

Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen mit Begründungen für Inhalte sterbenslangweiliger und langer Pressemitteilungen, für Interviewanteile, die, wenn es gut geht, Insider interessieren, aber sonst niemanden. Für Fragestellungen, die in den Lobbyismus oder vielleicht noch die interne Kommunikation gehören, aber nicht Richtung Öffentlichkeit. Journalisten haben keine Zeit, sie wollen schnell verstehen, sie brauchen Keywords und Schlüsselreize, sie wollen Aktualität und Relevanz – für ihre Leser, ihre Hörer, ihre Zuschauer. Und nicht für die Chefs, den Vorstand, die Firmeninteressen.

Ich kann nur jeden Pressesprecher ermutigen, stark zu bleiben. All sein Mühen daran zu geben, die Sichtweise von außen zu erhalten, die Perspektive derer zu vertreten, die überzeugt werden sollen. Den Fisch zu vertreten, wenn der Angler den Wurm aussuchen will.