Claudia C. Bender

Der Blog zum Auftritt

WENN DER STUHL WACKELT

WENN DER STUHL WACKELT

kommt es auf die Haltung an. Die meisten scheitern gar nicht an der Krise, sondern an der Bewältigung der Krise, bzw. am Dilettantismus, der sich im Rahmen manch einer Krisenbewältigung breit macht.

Die klassische Salamitaktik kann der werte Rezipient erstaunlich häufig und immer wieder, wenn nicht aus nächster Nähe, so doch in der Zeitung verfolgen. Das geht selten gut, schon gar nicht bei Führungskräften, deren Unternehmen oder Institutionen auch in guten Zeiten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit teilen. Dass es häufig genug sinnvoll sein kann, gleich alle Karten oder zumindest ausreichend viele auf den Tisch zu legen, sich dem einen großen Sturm zu stellen, aber damit auch die häppchenweise Fütterung der Raubkatzen im Gehege der Öffentlichkeit zu verhindern, ist fast Allgemeingut der Krisenkommunikation geworden.

Theoretisch. Praktisch gilt das Prinzip Hoffnung auf Ebene einer Naivität, die man Menschen mit Abitur und allzu oft abgeschlossenem Hochschulstudium gar nicht zutraut. Laut einer Studie von Roland Berger scheitern mittlerweile 80 Prozent aller Top-Manager am schlechten Eindruck, den sie auf Shareholder und andere Anspruchsgruppen machen – trotz ihrer ökonomischen und Performance.

Es gilt also auch in schwierigen Zeiten sich zu fragen: Was sehen die anderen, wenn ich mich am liebsten hinter der Säule verstecken will? Was kommt sowieso raus, weil viel zu viele wissen, was los ist? Und wie viel ist wirklich an den Vorwürfen dran, auch wenn mein eigenes selbst gebackenes und über Jahre gepflegtes Rechtsverständnis mir das Gegenteil einreden will?