WUSSTEN SIE EIGENTLICH…? – Folge 12

… dass das flackernde Bild beim Betrachten einer kleinkarierten Krawatte im Talkshowsessel nicht an Ihrer in die Jahre gekommenen Brille liegt, sondern an einem physikalischen Phänomen, der Überlagerung von Bild-Rastern? Der wohl berühmteste dieser sogenannten Moiré-Effekte ist als Missoni-Muster in die Geschichte der Mode und die Kleiderschränke vieler modebewusster Farbenliebhaber:innen eingegangen. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Effekt um eine optische Täuschung: regelmäßige Muster bzw. Raster, also kleinkarierte hell-dunkel Karos, kleine Fischgräten, die obligatorischen Streifen in Hemden führen in Video- und Fernsehbildern dazu, dass diese bei schon leichten Bewegungen verschwimmen, ineinanderfließen, kreisförmig wabern. Das lenkt ab und stört das Sehvergnügen. Optimierung der Technik führt leider eher zum gegenteiligen Effekt: Je höher die Auflösung, desto schlimmer der flackernd schimmernde Eindruck, wenn auch abhängig vom Endgerät. Somit gilt bei Interviews und Talkshowauftritten: Unifarbene Kleidung, große Muster, wenige kleine Farbkontraste und keine Streifen. Einen Herrn Moiré hat es übrigens nie gegeben. Das Wort stammt aus dem französischen: „moirer“, das so viel wie „marmorieren“ bedeutet. Merkwürdig, wenn man bedenkt, dass ein Marmormuster durch seine Unregelmäßigkeit von jeder Kamera völlig unproblematisch deutlich abbildbar ist und mit dem Moiré-Effekt überhaupt nichts zu tun hat. 


WUSSTEN SIE EIGENTLICH…? ist Claudia C. Benders Limited Serie auf
benderundco in Kooperation mit Fulmidas Medienagentur GmbH .